4 Minute(n) Lesezeit
Alltag
Ewige Erinnerung
7. März 2018
25

Unser Staunemöppel, diese kleine Allesfresserin, unser Plums und mutiger Angsthase Lilli ist gestern für immer eingeschlafen. Lilli war schwer krank, umso erstaunlicher ist es, dass sie bis zu ihrem letzten Atemzug mit uns kuschelte und uns allen kurz davor nochmal zeigte, wie glücklich sie war.

Montag

Bevor wir mit Lilli wieder in die Klinik fuhren, es war bereits Tag acht, an dem sie nichts mehr gefressen und sichtbar abgenommen hatte, überraschte sie uns freudig auf der oberste Stufen des Catwalks sitzend.

Die letzten Tage hatte sie es kaum mehr alleine auf die Couch geschafft, deshalb hatten wir ihr mit der Kratzliege eine Treppe gebaut. Doch auf ihren Lieblingsplatz auf dem Catwalk wollte sie anscheinend noch einmal. Dass es der letzte Moment für die Mädels sein würde schienen die beiden zu ahnen, denn Katie putzte Lilli kurz bevor wir den Korb holten ausgiebig, gab ihr im Korb einen Nasenstupser und maunzte sehr kläglich. Es klang fast wie weinen.

Wir mussten Lilli erneut eine Nacht in der Tierklinik lassen.

Dienstag

Früh um 10:30 Uhr besuchten wir Lilli in der Klinik. Ihr Zustand hatte sich nicht verbessert. Die Ärzte hatten im Ultraschall etwas im Magen gefunden, der Verdacht und die Hoffnung kam auf, dass Lilli nur etwas verschluckt haben könnte.

Ungefährer eine Stunde kuschelten mein Mann und ich mit unserer liebsten Lilli, sie saß in einer Decke eingekuschelt auf meinem Schoß und gab, kurz bevor wir gingen, auch mir einen Nasenstupser.

Wir wussten nicht, dass es das letzte Mal sein wird, weinten jedoch, als hätten wir es geahnt. Am Nachmittag  wurde Lilli der Bauch geöffnet um herauszufinden, was im Ultraschall zwar sichtbar, aber nicht definierbar war. Selbst die Ärzte haben eine derart starke Tumorbildung noch nie gesehen. Der Tumor streute wohl schon eine ganze Weile. Selbst wenn es früher erkannt worden wäre, hätte es für Lilli keine Rettung gegeben. Die Diagnose lautet trockene FIP mit Tumorbildung.

Wir haben, nach Rücksprache mit den Ärzten, Lilli aus der Narkose nicht mehr aufwachen lassen, damit sie nicht doch noch unter Schmerzen von uns gehen muss. Nachdem uns die Klinik informierte, fuhren wir hin und verabschiedeten uns von unserer kleinen Vierpfötler-Prinzessin.

Seitdem weinen wir und vermissen sie schmerzlich. Niemand miaut mehr vor der Schlafzimmertür. Sie rennt nicht mehr mit ihrem Flummi freudig uns rufend, damit wir ihn werfen und sie ihn uns zurück bringt, durch alle Räume, niemand frisst Katie die Leckerlis weg und das für uns allerschlimmste: Wenn wir auf der Couch liegen springt Lillifee nicht mehr mit hoch, sie schnurrt nicht mehr und läuft auch nicht ewig auf uns herum, bis sie die perfekte Liegeposition gefunden hat. Auch wie sie Katie immer zum rennen und toben animiert hat fehlt so sehr. Besonders Katie fehlt ihre Freundin. Wir vermissen Lilli so unglaublich.

Katie

Lillis beste Freundin ist sichtbar traurig, sie verarbeitet das Geschehene doch relativ gut, frisst und nimmt glücklicherweise ihre Antiepileptischen-Tabletten zuverlässig. Wie wir eben annehmen, hatten die beiden sich bereits von einander verabschiedet.

Katie wird den ganzen Tag gekuschelt und so gut es geht abgelenkt. Sie ist allerdings wesentlich ruhiger und Nachts ruft sie lautstark nach ihrer Freundin.

Wenn es auf diesem Blog wieder weiter geht, irgendwann, zeige ich euch noch, wie sehr die beiden sich geliebt haben und wie sehr sich Katie um Lilli kümmerte als sie aufhörte zu fressen und der Anfang vom Ende begann. Auch werde ich alle Bilder, die ich zuvor noch von ihr und Katie knipsen könnte veröffentlichen. Lilli ist zwar gegangen, doch sie soll nicht gänzlich verschwinden.

Ewige Erinnerung

Was uns alle ein bisschen tröstet ist die Tatsachse, dass Lilli zu keinem Zeitpunkt leiden musste oder Schmerzen hatte. Sie hatte vier wunderbare Lebensjahre, in einem tollen Zuhause und die besten Freundin die es geben kann. Es hat so sollen sein und diese Krankheit trug sie vom ersten Tag an in sich.

Wir danken euch allen für das Daumen und Pfoten drücken. Haltet Lilli, genau wie wir, bitte immer in Erinnerung und verzeiht mir, dass ich erstmal etwas Ruhe benötige und sich bestimmt ein paar Rechtschreibfehler in diesem Text befinden. Mit tränenden Augen schreibt es sich nicht sonderlich gut. Irgendwann werden das Weinen, die unbeschreibliche Trauer und die Herzschmerzen bestimmt weniger.

Eigentlich ist es ein Wunder, dass Lilli aufgrund der Tumorgröße die ersten Monate des Jahres 2018 überhaupt noch miterleben durfte. Und auch wenn es wie Werbung aussieht, welch größeres Geschenk hätte Lilli uns allen machen können, als unseren ersten gemeinsamen Ratgeber mit so viel Freude und Neugier fertigzustellen. Dieses Buch ist für uns und euch eine ewige Erinnerung an unsere geliebte Lillifee.

An dieser Stelle bedanken wir uns sehr bei den Ärztinnen und dem Team der Kleintierklinik am Waldpark Dresden. Sie alle haben sich rührend um Lilli gekümmert und auch uns Halt gegeben. Vielen Dank für die Unterstützung in jedem Moment.

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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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25 Kommentare

  • trollweib sagt:

    Liebe Petra,

    ich komme heute aus dem Krankenhaus und wurde gerade von Eurem schlimmen Verlust überrascht. Mein tiefes Beileid! Für so etwas gibt es keine passenden Worte. Ich wünsche Euch von Herzen alles Liebe.

  • […] kann manchmal richtig fies sein. Katze Lilli, genannt Staunemöppel, Plums und Staubsauger, starb Anfang März (also gerade zum Erscheinungstermin des Buches) an trockener FIP. Sie wäre im Juli fünf Jahre alt geworden, also in etwa so alt wie meine Katzenbande. Und auch […]

  • Liebe Petra,
    ich bin gerade sehr erschrocken, da ich mit solch einer traurigen Nachricht nie gerechnet hätte. Die Lilli, diese kleine Zauberfee, so jung und so agil …
    Aber Ihr habt richtig und im Sinne von Lilli gehandelt. Gegen einige Krankheiten ist kein Kraut gewachsen, und dann ist eine Erlösung der größte Liebesbeweis. Fip ist nicht heilbar und kann Katzen auch in jungen Jahren dahin raffen, ich hatte es an einer meiner Futterstellen erlebt und habe gesehen, wie plötzlich schwach ein vorher fittes, erst drei Jahre junges Kätzchen werden kann.
    Ich nehme Dich und Katie aus der Ferne feste in die Arme und wünsche Euch viel Kraft.

    Traurige Grüße von uns allen
    Sabine

  • Ganz herzliches Beileid auch von mir und Luzie

  • Marion sagt:

    Oh weh, welch ein Schreck. Nichts ahnend lese ich den Blog und muß dann an der Seite des Textes Lillis Bild mit dem Gedenken sehen. Ich weiß sofort Bescheid und möchte es eigentlich nicht lesen, aber Unwissenheit ist ja immer noch schlimmer. Und obwohl ich Euch ja nur vom Blog her kenne, kommen mir beim Lesen die Tränen. Es ist schlimm ein Familienmitglied zu verlieren, aber zu wissen, dass Lilli nicht leiden musste, kann wenigstens ein wenig trösten.Die liebe Maus schaut nun von der anderen Seite des Regenbogens zu. Ich wünsche euch viel Kraft für die nächsten Wochen und Monate. Jede Katze bleibt unvergessen und es wird viele Augenblicke geben, in denen man an die Verstorbene denken muss. Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem man sich Fotos ohne Tränen ansehen kann, aber der Trauerprozess gehört einfach dazu. Bleibt stark für Katie.

  • Birgit sagt:

    Liebe Petra, auch von mir ein ganz herzliches Beileid. Es ist immer so schtecklich, wenn ein Tier geht. Ich wünsche Euch GANZ VIEL KRAFT. LG von Birgit

  • Ombia sagt:

    Nachtrag: ihr habt richtig gehandelt, auch ich habe meinen Kater nicht aus der Narkose erwachen lassen. Ich wäre so in der Lage gewesen mich zu verabschieden, aber er hätte dafür Qual und starke Schmerzen. Das hat er nicht verdient. Ich wäre aber do gerne in seinem letzten Moment bei ihm gewesen. So groß die Freunde und Liebe für unsere Vierbeiner ist so unermäßlich der Schmerz ist wenn sie weggehen.

  • Ombia sagt:

    Das tut mir so schrecklich leid! Ich weine mit. So wie du alles beschreiben hast, so war es auch zwischen meinen beiden zum Schluss. Auch ich dachte, mein Kater hat sich verschluckt, dabei war es Tumor. Er hat trotz Schmerzen bis zum Schluss gekuschelt und geschmust. Lilli hatte bei euch ein wunderschönes Leben voller Liebe und Sicherheit und Geborgenheit. Mein tiefes Beileid. Mit euch in Schmerz und Trauer.

  • Anita sagt:

    Liebe Petra, eigentlich bin ich bisher nur stille Mitleserin gewesen, aber nach dieser unendlich traurigen Nachricht kann ich nicht anders und möchte Dir hiermit mein herzlichstes Beileid aussprechen! Es tut mir sehr leid das mein erster Kommentar gleich ein so trauriger sein muss! Ich weiß nur zu gut wie schwer so ein trauriger Abschied eines geliebten Familienmitglieds ist, habe ich es doch selber oft genug erlebt und war deswegen am Boden zerstört! Du hast mein vollstes Mitgefühl! Ich verstehe voll und ganz das Du jetzt erst einmal Trauern willst, das gehört dazu und ist sehr wichtig zur Verarbeitung des Verlustes, egal wie lange es dauert! Ich schicke Dir ganz viel Kraft und Trost! Auch ich sitze hier und Weine, ich habe so oft Eure tollen Artikel gelesen und Eure süßen Fotos bewundert und genau deswegen die kleine Lilli auch ganz fest in mein Herz geschlossen! Mach`s gut liebe Lilli da oben über dem Regenbogen und grüß mir meine Lieblinge, sag Ihnen das ich sie lieb habe und sehr oft an sie denke! Irgendwann sehen wir uns wieder…

  • Mandy Böttner sagt:

    Bei manchen Menschen, und auch manchen Tieren hat man das Gefühl, sie schon lange und gut zu kennen, obwohl man sie noch nie gesehen hat. Eure Lilli war für mich so jemand. Ich habe sie nicht gekannt, aber jetzt, wo sie weg ist, fehlt auch mir etwas. Auch für mich ist die Welt ein bisschen dunkler geworden und als ich es gelesen habe, habe ich gedacht, komisch, das die Welt sich einfach weiterdreht, es fehlt doch was..

    Es tut mir sooo leid für euch, aber irgendwann werden wir alle unsere Lieblinge wiedersehen…

    Machs gut, kleine Prinzessin, schlaf gut und grüss alle unsere Goldstückchen, die da oben auf dich gewartet haben, wir werden ganz bestimmt oft an dich denken…..

  • Ihr habt mein allertiefstes Mitgefühl und weinen tue ich auch mit euch.
    Zeit heilt leider keine Wunden. Sie macht den Schmerz nur erträglich.
    Zum Glück kann einem niemand die Erinnerung nehmen.

    RIP kleine Fellnase und knuff mir meine Mia, meinen Mojo und meinen Tee da Oben. Habt viel Spaß miteinander und immer volle Näpfe mit Lieblingsleckerli ❤😢😇

  • Maren sagt:

    Ich bin unendlich traurig mit euch 😥

  • Annelina sagt:

    Mein Beileid Ruhe in Frieden, kleine Lilli

  • Manu sagt:

    Oh neiiin!
    Aus der Fernde umarme ich euch aus tiefstem Herzen! Ich wünsche euch und euren lieben die jetzt bei euch sind ganz viel,Kraft und Stärke!
    Ich bin unendlich traurig und weine hier vor mich hin.
    Sicher ist, dass es irgendwann nach all dem Schmezr, der Trauer, der Frage nach dem Warum eine Zeit der Erinnerungen gibt die euch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert! Und dann war Lilly bei euch für einen kurzen Moment, genießt das.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich wie es sich anfühlt. Aber ich weiß auch dass der Tag kommt an dem man Aufsteht und es tut nicht mehr so weh. Es dauert aber so lange wie es dauert. ❤️Tränen kommen immer dann wenn das Herz voll ist.
    Wenn Dein allerbester Freund stirbt, dann stirbt immer ein Teil von Dir mit. Für immer.
    Manche Wunden heilen nie, irgendwann ist es aber okay, weil es ist wie es ist.
    Katie wird ganz sicher auch sehr trauern, sie wird euch aber auch wieder zum Lächeln bringen und Blödsinn machen!
    Alles liebe von mir und den vielen Pfoten!
    Ich glaube. im Katzenhimmel gibt es Essen auf Rädern,
    ….dort tragen die Mäuse Rollschuhe.
    Fühlt euch umarmt!
    Die Manu
    Ich mache eine Kerze für die süße Lilly an!

  • Cindy T sagt:

    Mein unendlich großes Beileid an euch drei! Auch ich sitze hier gerade tränenüberströmt vor meinem Rechner, da ich genau weiß, wie sich das anfühlt ein geliebtes Familienmitglied zu verlieren. Auch wir haben vor drei Jahren unsere sieben Monate alte Molly an ein Virus verloren. Unser Mike konnte sich leider nicht verabschieden und war sehr einsam. Trotz Zweifel meines Freundes hatten wir schon 10 Tage danach einer neuen Mietz ein zu Hause gegeben. Es sollte kein Ersatz sein, denn wir denken immer noch regelmäßig an Molly, jedoch war es, im Nachhinein betrachtet, sowohl für Mike als auch für uns das Beste unsere kleine Mia ins Haus zu holen.
    Fühlt euch gedrückt und gekuschelt!
    Cindy, Mike und Mia

  • Angie sagt:

    Ich denke ganz fest an Euch und bin in gedanken bei euch. Es tut mir unendlich leid. Fühl dich umarmt,
    Angie

  • nilibine70 sagt:

    Tschüß, süße Lilli…

    Drück Dich noch mal Petra… und Katie auch…

  • Es tut mìr so Leid für euch…

  • Vicky sagt:

    Aus tiefsten Herzen mein Beileid liebe Petra. Ich sitze hier und weine mit. Ein Tier ist eben doch ein Familienmitglied und es gehen zu lassen ist schwer.
    Ich Danke dir sehr, Das du das alles mit uns Teilst. Lilli wird so nie in Vergessenheit geraten. Nimm dir soviel Zeit wie du brauchst. Abschied nehmen braucht Zeit, ob nun vorbereitet oder nicht.
    Ich bin mir sicher das Lilli euch immer von ihrer Wolke aus beobachten wird und Katie Flausen ins Ohr flüstert.
    Glg wir trauern mit euch.
    Vicky, Merlin und Abby

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