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Rundherum
Katzenbesitzer
5. Januar 2020
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Mit Katzen ziehen nicht nur völlig süße und liebenswerte Wesen bei uns ein, auch Kratzbäume, Plüschmäuse, Bälle, Katzentoiletten samt Streu und natürlich das schönste Geräusch dieser Welt: Das Schnurren von Katzen. Doch diese Fellkneuel verändern nicht nur unsere Wohnumgebung, sondern auch uns.

 

Der hinkende Vergleich

Viele andere Menschen behaupten oft, dass Katzen für uns eine Art „Kinderersatz“ sind. Das würde ich allerdings nicht unterschreiben. Denn Katzen sind Katzen, Lebewesen, die, hat sich ein Mensch für ihre Gesellschaft entschieden, nunmal Aufmerksamkeit benötigen. 

Und das so richtig. Mit Streicheln, Füttern und Spielen ist es nicht getan, denn wir haben mit jedem Blick nicht nur ein Haustier vor uns, es Miaut ein Familienmitglied. Katzen haben Charaktere, Eigenarten und manchmal einen ganz eigenen Sinn für ihren Menschen.

Diese Vierpfötler müssen geliebt werden, mit Herz und Verstand. Selbst wenn sie manchmal wie Kinder zu sein scheinen, ist der Vergleich völlig absurd. Hundebesitzer werden es uns nachempfinden können, denn auch sie leben mit eigenständigen Persönlichkeiten zusammen.

(Fr)Essverhalten

Allein das Thema Fütterung spaltet Freundschaften. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass ich mich mit der Ernährung der Mädels wesentlich mehr beschäftige, als mit meiner eigenen. Doch wisst ihr, was der Unterschied ist? Ich kann selbst entschieden. Die Mädels hingegen müssen mit dem Leben, was sie in ihren Näpfen vorfinden. Selbst wenn ich mal etwas richtig ungesundes esse, ist das noch immer meine Entscheidung und auch nicht täglich der Fall. 

Katzen hingegen haben diese Möglichkeit der Wahl und Abwägung in ihrem Leben nicht, somit sind wir dafür verantwortlich. Auch wenn das Thema an sich individuell und schwierig ist, sind wir es ihnen schuldig uns damit zu befassen und nicht einfach der Werbung zu glauben oder die Thematik mit „Das habe ich schon immer so gemacht“ abzutun.

Der Mensch

Mir ist es schon sehr oft passiert, dass ich als Katzenbesitzer belächelt wurde. Die allerschlimmste Situation war, als Lilli starb. Jeder von euch kann es nachempfinden, wie es ist jemanden zu verlieren, ganz gleich ob Tier oder Mensch. 

Im damaligen Kollegenkreis ging kurze Zeit später der Hund einer Kollegin. Im Gegensatz zu mir bekam sie ehrliche Anteilnahme. Ich hingegen wurde mit folgendem Spruch direkt und völlig unvermittelt ruhig gestellt: „War doch nur eine Katze“.

Das Problem an diesem Satz ist allerdings folgendes: Es war MEINE Katze. Und es war auch nicht „eine Katze“, sondern es war Lilli. Von diesen Situationen könnte ich euch noch etliche weitere erzählen, wahrscheinlich habt ihr ähnliche leider bereits ebenso erlebt.

Fakt ist jedoch, dass Katzen und garantiert alle Haustiere, uns verändern, denn wir empfinden Liebe und Fürsorge. Und genau das ist es, was uns ausmacht, als Katzenbesitzer.

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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8 Kommentare

  • Martina sagt:

    Das Verhalten deiner Kollegen beim Abschied von Hund und Katze finde ich auch etwas merkwürdig, aber es ist schon so, dass viele Menschen zwischen Hund und Katze sehr unterscheiden, und weniger Menschen verstehen können, was für eine enge Bindung man mit einer Katze eingehen kann – nicht nur mit Hunden.

    Zum Thema «Kinderersatz» – ich habe wirklich Mühe, wenn mir jemand das vorwirft. Denn ich möchte und wollte nie Kinder, und von daher haben meine Katzen hier bestimmt keine Lücke zu füllen.
    Sie haben vielleicht in meinem Leben den Stellenwert, den Kinder in den Leben anderer haben. Weil sie mir WICHTIG sind und ich mich verantwortlich für sie fühle und diese Verantwortung auch trage. Und ich liebe sie mehr als «es sind nur Katzen», aber daran ist nichts Verwerfliches und es hat mit einem Kinderersatz nun wirklich rein gar nichts zu tun.

    Katzen sind einfach super, und wir lieben sie.
    Manche mögen es nicht verstehen. Selber schuld – sie verpassen so einiges.

  • Caren sagt:

    Das mit den Kollegen ging mir ähnlich, aber im Wohnumfeld wurde meine Trauer etwas geteilt den mein Timi (1995-2013) war ein rechter Schmuseschlamper der sich gerne streicheln ließ und natürlich gegen das eine oder andere zusätzliche Häppchen nichts einzuwenden hatte. Und auch dadurch auffiel das er mich oftmals wie ein Hund begleitete, z.B. zum Bäcker.

  • Tigermom sagt:

    Da habe ich wohl Gück gehabt. Als meine erste Katze, die ich je hatte, mit 1.5 Jahren unvermittelt starb, war ich amBoden zerstört und habe mit seinem Bruder zusammen getrauert. Glücklicherweise war mein damaliger Chef und viele meiner Kollegen auch Katzenbesitzer und haben sehr viel Verständnis gezeigt. Mein Chef hat mich sofort nach Hause geschickt, als die Nachricht kam und ich musste noch nicht mal Urlaub nehmen. Es geht also auch anders.
    Du hast mit deinem Artikel völlig Recht. Katzen sind eigenständige Persöhnlichkeiten und kein Kinderersatz. Sie bereichern mein Leben ungemein.

  • Michael D sagt:

    Liebe Petra, wie immer ein ganz toller Bericht, bei dem ich mich in jedem Punkt/jeder Meinung wiederfinde. Ich kann kaum glauben, wie empathielos deine Kollegen mit dem Verlust von Lilli umgegangen sind, umso „merkwürdiger“, dass sie es bei einem Hundebesitzer dann anders gehandhabt haben

  • Sebastian Mahler sagt:

    Dem kann ich ebenfalls nur uneingeschränkt zustimmen.

    Meine beiden Katzen sind für mich Familie. Sie freuen sich ehrlich wenn ich nach Hause komme, reagieren auf jede meiner Gefühlslagen und bereichern somit mein Leben ungemein. Umgekehrt stehen auch ihre Bedürfnisse für mich an erster Stelle und werden ernst genommen: geht es den Beiden nicht gut oder sind sie krank, steht ihr Wohl an erster Stelle, ich kümmere mich ums sie und bleibe wenn es gar nicht anders geht eben zu Hause um Beistand zu leisten – spöttisches Gerede oder von Kollegen belächelt zu werden dabei inklusive. Auch als mein Kater 2018 von mir gehen musste, habe ich von ehrlicher Anteilnahme bis zu abschätzigem Gelächter alles erfahren (müssen).

    Nichtsdestotrotz – Katzen sind die aufmerksamsten Mitbewohner, die man sich nur wünschen kann.

  • Karin Wagner sagt:

    ❤️ Uneingeschränkte Zustimmung❣️

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