Zum Ende des Jahres ging es bei uns in den vergangenen Wochen noch einmal so richtig rund. Allerdings nicht auf gerader Fläche verlaufend, sondern mit Hügeln, Steigungen und jeder Menge plötzlich auftauchenden Hindernissen. Doch seien wir ehrlich, wer die WG kennt weiß, alles andere wäre auch einfach zu langweilig oder sagen wir es besser und anders: zu normal.
Dass sich Katzen bei ihren kränkelnden Menschen erkältungstechnisch anstecken können, sollte uns allen bekannt sein. Allerdings ist das (nicht) denkbare Ausmaß und dessen Folgen womöglich ziemlich unbekannt. Oder konntet ihr bereits miterleben, wie sich Viren, fast sichtbar und zeitlupenartig, von Vierpfötler zu Vierpfötler bewegen?
Wenn aus »Hatschi« direkt »Hust« wird
Alles begann an einem harmlos wirkenden Tag, der sich in seiner zweiten Hälfte als Einstieg in eine ausgedehnte Grippeerkrankung präsentierte. Die felligen Mitbewohner waren zunächst nicht betroffen. Doch dies änderte sich mit dem ersten, das Lebensumfeld zusammenbrüllenden, lautstarken Niesen von Kayne. Gefolgt von leidigem Husten und im Verlauf des Abends, Fieber. In diesen Ablauf der Symptome reihten sich am nächsten Tag ebenso Fynn, Leni und Emmi ein.
Unsere mobile Tierärztin war jedoch sofort zur Stelle und vergab nach den siebenfachen Voruntersuchungen jede Menge Spritzen, Fiebersenker und Antibiotika. Kayne hatte es mit einer Körpertemperatur von über 42 °C am schlimmsten und wirklich kritisch erwischt.
Wissen to go

Die normale und gesunde Körpertemperatur bei Katzen beträgt 38 °C bis 39 °C. Befindet sie sich darunter, wird das Hypothermie genannt und ist nicht nur kritisch, sondern ab ca. 36 °C bis 37 °C sogar lebensbedrohlich. Über erhöhte Temperatur und Fieber sprechen wir ab ca. 39 °C. Aller spätestens ab 40 °C muss dringend ein Tierarzt aufgesucht werden! Ab 41 °C besteht Lebensgefahr, ab 43 °C ist Fieber tödlich. Wichtig: Durch Fühlen der Nase oder Ohren lässt sich die Temperatur nicht bestimmen, es muss zwingend (durch Tierärztin/Tierarzt) mit einem Fieberthermometer rektal (!) gemessen werden.
Schuld an der Situation war schlichtweg und unbestreitbar eindeutig ich selbst, denn ich war nicht nur der Virenursprung. Ich hatte, auch aus privaten Gründen, im Vorjahr die Katzenschnupfen-Impfungen versäumt und auch noch nicht nachgeholt.
Drei-Wochen-Quarantäne
Glücklicherweise konnten sich Rosi, Mary und Kimmy der Ansteckung erfolgreich widersetzen und hatten keine Symptome, ebenso wenig Fieber. Um dies nicht zu gefährden gab es nur eine einzige Möglichkeit: Quarantäne für die Fieberlinge, inklusive temporärer Spitznamen. So verbrachten Niesi (Leni), Husti (Fynn), Fiebri (Kayne) und Kotzi (Emmi) fast drei Wochen im Arbeitszimmer. Abgeschirmt von der restlichen WG und natürlichen den sich darin befindlichen Zweibeinern.
Gefühlt war der gesunde Teil der WG nicht sonderlich verwirrt aufgrund der neuen Situation, eher erleichtert, dass Draufgänger Fynn und die Jugendlichen den täglichen Mittagsschlaf nicht durch Jagdepisoden unterbrechen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle auch niemandem etwas unterstellen.
Mittlerweile ist die WG wieder räumlich vereint und wird in ein paar Wochen gemeinschaftlich geimpft.
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