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Alltag
Katze & Kastration
23. Januar 2020
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In den vergangenen Wochen gab es kaum ein Thema, das euch auf unserer facebook-Seite so sehr beschäftigt hat wie mein Artikel zur Kastration. Wobei „beschäftigt“ noch mild ausgedrückt ist, denn die Diskussionskultur einiger Kommentatoren hatte mit Kultur leider rein gar nichts zu tun. 

Doch was ist an euren und meinen Aussagen richtig und was falsch? Um dies zu beantworten, habe ich mir fachkundige Unterstützung geholt und rund um das Thema mit Dr. Angelika Drensler, Fachärztin für Kleintiere mit eigener Praxis in Elmshorn, ausführlich gesprochen.

Frühkastration ohne vorherige Rolligkeit

Der Punkt „Frühkastration“ wurde ziemlich oft von euch angesprochen und damit liegt ihr vollkommen richtig. Frühkastration wird bereits seit Jahren in den USA praktiziert, somit stehen genügend Daten zur Verfügung die Beweisen, dass Frühkastration unschädlich ist. Auch einige Tierheime sowie Züchter in Deutschland geben Katzen nur noch kastriert in ihr neues Zuhause ab.

Die bisherige Annahme, dass Wachstumshormone an Geschlechtshormone gekoppelt sind und sich demzufolge erst von einander lösen können, wenn Katzen geschlechtsreif sind, wurde widerlegt und wird seit einigen Jahren auch nicht mehr gelehrt.

Mit ca. drei Monaten können unsere Vierpfötler kastriert werden, dabei sind Faktoren wie die Rasse völlig irrelevant. Einzig beim Thema Narkose muss natürlich auf vorhandene Krankheiten, die Gesundheit an sich und das Körpergewicht geachtet werden.

Erste Rolligkeit führt zur Dauerrolligkeit und steigert das Risiko von Gebärmutterkrebs

Bisher existieren keine aussagekräftigen Studien dazu ob das Krebsrisiko tatsächlich steigt. Richtig ist hingegen, dass durch wiederholte Rolligkeit ohne Trächtigkeit Veränderungen an den Geschlechtsorganen wie Entzündungen und Tumore sowie Dauerrolligkeit entstehen können. 

Gibt es keinen Deckakt, werden Katzen also Dauerrollig, auch das ist somit richtig. Die Frage ob unsere Vierpfötler im akuten Zustand allerdings wirklich körperlich und psychisch leiden, ist bis heute ungeklärt.

Immerhin rufen sie lautstark nach einem paarungsfreudigen Kater und machen durch ihre Laute und Bewegungen auf sich aufmerksam.

Kurzfassung zum Thema Kastration der Katze

Ihr hattet größtenteils recht. Katzen müssen weder mindestens ein Mal rollig gewesen sein, noch mindestens 2,5 Kilo auf die Waage bringen oder sechs Monate alt sein um kastriert werden zu können.

Dieses Wissen wurde bei uns übrigens sofort umgesetzt und Rosi noch vor der ersten Rolligkeit kastriert.

In diesem Sinne: Auf viele weitere Diskussionen, nur bitte wesentlich sachlicher, mit inhaltlichen Argumenten und Kultur.

h

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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4 Kommentare

  • Karin sagt:

    Vielen Dank liebe Pera für das ausführliche, auf persönlicher Ebene noch mal neu informative Gespräch, für den Austausch. Jetzt sehe ich Asslans Kastration entspannter entgegen.
    Liebe Grüße an deine Mädels WG und auch Dir alles Liebe,
    Karin

  • Karin sagt:

    Liebe Petra,
    Du schreibst soooo schön über euer Leben, ich hab Freude zu lesen und bekomme super Inspirationen. Vielen Dank fürs Teilen.
    Zufällig bin ich auf deinen Blog gestoßen als ich “ Leben mit drei Katzen“ für mich noch nicht geklärt hatte. Meine drei Lieblinge gehören nun fest zu meinem Leben. May, 1 Jahr
    Asslan & Pipi geboren 28./ 29.April.
    Nun steht Asslans Kastration an und ich frage mich ~ bzw. Dich, wie kann ich ihn darauf vorbereiten? Rescue Tropfen? Ihn danach isolieren….wie lange ? Kannst du mir da irgendwelche Tipps geben?
    Herzlichst Karin

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