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Alltag
Angstmomente
12. Oktober 2016
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Es gibt Situationen, von denen wir alle immer hoffen, dass sie niemals eintreten. So zum Beispiel, dass es kurz nach dem Aufstehen einen Knall gibt und eine der Katzen regungslos in einer Pfütze aus undefinierbarer Flüssigkeit und Blut auf dem Boden liegt. Doch Katie sorgte heute genau für diesen Angstmoment.

Kurz nachdem mein Freund aufgestanden war, weckte er mich plötzlich hektisch und lief in unser Wohnzimmer. Dort lag Katie, zitterte und krampfte. Er hielt sie fest, damit sie sich nicht noch zusätzlich selbst verletzen konnte. Ihr Kopf lag in einer kleinen Blutlache. Überall im Raum befand sich zudem tröpfchenweise eine durchsichtige Flüssigkeit. Wir schätzen, dass sie vor lauter Aufregung überall Urin verteilt hat. Nachdem das Krampfen aufhörte bewegte sie sich allerdings gar nicht mehr und reagierte auch nicht auf direkte Ansprache.

Da sie jedoch atmete taten wir das einzig Richtige:

Wir blieben ruhig und streichelten sie, damit auch sie sich beruhigen konnte. Kurze Zeit später saß sie schon wieder aufrecht, sah uns jedoch mit weit aufgerissenen und verängstigten Augen an. An ihrem Mäulchen befand sich weißer Schaum, den ich vorsichtig abwischte. Sie hatte sich kurz vor dem Unglück übergeben. Katie war sichtlich froh, dass wir da waren und wurde tatsächlich ruhiger. Ihr Zittern ließ nach.

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Wir lotsten Katie zum Transportkorb in den sie auch ohne Widerstand hineinging. Dadurch sahen wir ihre eigentlich Verletzung: Das Blut stammte glücklicherweise nicht vom Kopf, sie hatte sich an einer hinteren Pfote die Kralle herausgerissen. Unser Tierarzt untersuchte Katie dankenswerterweise auch sofort und ohne lange Wartezeit. Mein Freund war mit Katie sofort zu ihm gefahren. Lilli und ich blieben derweil Zuhause.

Am Ende war es mehr Schock als Verletzung. Katie bekam eine Spritze zur Beruhigung und ihre Wunde an der Pfote wurde desinfiziert. Zur Sicherheit, dass es sich sich nicht um ein Magenproblem als Auslöser handelt, bekam sie erst am Abend wieder etwas zu fressen. Wir schätzen, dass sie sich in den Gardinen verheddert hat, denn dort sind nun kleine Löcher. Entweder sie selbst ist dann in Panik gegen das Sideboard gerannt oder Lilli hat sie zusätzlich noch erschreckt.

Wir sind jedenfalls froh, dass es schlimmer aussah als es war. Wobei der Schrecken und der Anblick, Katie regungslos liegen zu sehen uns noch immer in den Knochen steckt. Lilli hat Katie übrigens die ganze Zeit über gesucht, als diese beim Tierarzt war. Auch gab es ein Begrüßungsküsschen nach der Wiederkehr, doch der Geruch des Desinfektionsmittel ließ Lillis Freude über Katies Rückkehr schnell verblassen und die arme Katie wird seitdem nur angefaucht.

Allerdings ist Lilli der Schock auch noch anzumerken, sie versteckt sich die meiste Zeit unter der Couch und ist total vorsichtig.

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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20 Kommentare

  • M3LA sagt:

    Ach du meins Güte. Was für ein Post. Ich weiss nicht, ob ich so ruhig hätte bleiben können. Drehe ja beim ersten Humpeln fast durch.

    Milú und ich wünschen gute Besserung!! ????????????????

  • Manu sagt:

    Moin! Also…. Für mich hört sich damals nicht nach verheddern in Gardinen an sondern eher nach einem Epileptischen Anfall! Da sollte besonderes Augenmerk drauf gelegt werden. Krampfen und Schaum vor dem Maul hat wenig mit einem Absturz zu tun. Auch entstehen Verletzungen dadurch. Lasst Sie bitte daraufhin untersuchen und beim nächsten mal am besten fix das Handy raus und Filmen, dann kann der TA sicher eine bessere Aussage dazu tätigen. Epileptische Anfälle treten gerne nach und in Stresssituationen auf! Liebe Grüße und Toi Toi Toi!❤️????

  • nilibine70 sagt:

    Um Himmels Willen, das arme Hascherl… Gefällt mir gibts übrgens dafür, dass soweit alles wieder gut ist!!!

    Ob Dus glaubst oder nicht, bei Deinen ersten Zeilen fiel mir ein, als Wallee noch kleiner war, gerade die Fensterbänke erklommen hatte und da hoch und runter gehüpft ist wie ein Wilder, ist er mal mit der Hinterpfote in den Heizungsrippen hängen geblieben und hat sich, tata, eine Kralle abgerissen…. Aber erst mal hing er da und hat geschrien wie am Spieß, das war schrecklich! Er war aber so zappelig, er hat dann wie gesagt, sich losgerissen, erst mal aber von dem bluten und der fehlenden Kralle gar nichts mitbekommen, hauptsache erst mal ganz nah bei uns… Der größere Schock für ihn war dann das Verfrachten in den Caddie und ab zum Tierarzt…

    ICH war viel schlimmer dran….das Geschrei hab ich bis heut im Ohr und kann das gut verstehen, dass einem das durch Mark und Bein geht, wenn man seinen Schatz SO sieht….

  • Irene sagt:

    Großes Kompliment für Euch, ihr habt ruhig und besonnen gehandelt.
    Katie hat sich von dem Schock hoffentlich gut erholt.
    Erschrocken habe ich mich, als ich gelesen habe, dass Lilli die Katie nach dem Tierarztbesuch angefaucht hat. Ich hoffe ganz doll, dass sich das gelegt hat.
    Nach dem letzten Tierarztbesuch, gab es bei uns eine schreckliche Keilerei.
    Wir mußten die Tiere trennen. Haben dann das ganze Programm durchgezogen.
    Gittertür eingebaut damit sie sich sehen und riechen können. Die dritte friedliche Katze immer abwechselnd zu einer der „Kampfhennen“ gelassen, gewissermaßen als Friedensstifter. Da es am Gitter keine Kampfsignale gab, haben wir die Damen dreimal zusammen gelassen. Nach spätestens 30 Minuten , ging immer wieder
    eine schlimme Schlägerei los. Es war für uns alle die Hölle.
    Der Tierarzt sagt, dass diese Situation leider häufig nach einem Tieraztbesuch
    eintritt.
    Die Katzen getrennt zu halten, war keine Dauerlösung. Menschen und Tiere haben unter dieser Situation entsetzlich gelitten.
    Jetzt hat meine beste Freundin eine der Kampfdamen zu sich genommen.
    Obwohl sie da den Himmel auf Erden hat und ich sie jederzeit besuchen kann,
    hat es mich fast zerrissen. Da werde ich noch lange trauern.
    Ich hoffe und wünsche Dir von ganzen Herzen, dass Deine Mädels sich wieder lieb haben.

  • Leony sagt:

    Oh nein. ein Glück sah es nur schlimmer aus als es wirklich war, doch so ein Anblick lässt einen ja auch erst einmal das schlimmste an Verletzungen vermuten aber toll das ihr trotzdem so ruhig geblieben seit. Ich glaube ich wäre in Panik geraten oder hätte zu mindest angefangen zu heulen wie ein schlosshund. Ich wünsche gute Besserung an Katie ????

    • Mitten am Tag wäre ich wahrscheinlich auch absolut hysterisch gewesen. Aber ich war 30 Sekunden wach und mein Freund musste mir nach zwei Minuten erstmal die Brille holen, weil ich nicht richtig sehen konnte. Zudem habe ich wirklich nur noch geschaut, ob Katie atmet.

  • Ohhh mein Gott!!! Ich hab Gänsehaut und Pipi in den Augen…
    Klasse reagiert! Dass der Schock noch tief sitzt glaube ich gerne.
    Im Sommer war einer unserer Kater mal schwer am atmen und hatte Herzrasen. Ich kontrollier jedesmal wenn er mir über den Weg kommt oder irgendwo liegt wie er atmet.
    Ich wünsche der süßen Fellnase gute Besserung. Lass dich schön schmusen und pflegen.
    Und natürlich auch ab den Rest. Erholt euch gut :-*

  • Birgit sagt:

    GUTE BESSERUNG! So ein Erlebnis ist FURCHTBAR.

  • Oh mein Gott!!!!!

    So froh das es nichts schlimmeres war.

  • Ombia sagt:

    Oje, weiterhin gute Besserung!
    Wir hatten ähnliche Syptome, allerdings ohne verletzter Kralle und bei uns war es Magenproblem nach Antibiotika. Man will sich gar nicht vorstellen, was alles passieren kann während man nicht zu Hause ist.

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