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Rundherum
Problem Mensch
25. August 2015
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Immer öfter bekomme ich E-Mails, in denen ich gefragt werde, weshalb die Katze neben das Katzenklo macht oder weshalb er oder sie alles in der Wohnung herunterwirft und „furchtbar nervig“ ist, wenn der Mensch nach einem langen und anstrengendem Tag von der Arbeit kommt. Ihr wollt meine Meinung? Ganz ehrlich? Nun denn… 

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Euch sei gesagt: Eine Wohnungskatze in Einzelhaltung langweilt sich schlichtweg den ganzen Tag über. Sperrt euch selbst doch einfach mal zehn Stunden in den Lebensraum eurer Katze ein. Kein Fernseher, kein Radio, nichts das euch animiert oder berieselt und niemand außer euch selbst. Ihr könnt einfach nur dasitzen, kurz bewegen, fressen, schlafen, ganz allein. Niemand zum reden, spielen, anlehnen oder kuscheln. Ist doch total spannend, oder? Mein Tipp (Achtung, das ist echt  genial!): Schafft euch eine zweite Katze an.

Sehr „schön“ sind auch Texte, in denen geschildert wird, dass die Katze sämtliches Spielzeug hat, sich damit aber nicht eigenständig beschäftigt. Oder auch, dass der Vierpfötler nicht auf „nein“ hört und total schwer erziehbar ist. Deshalb sei es „sinnvoll“, die Katze mit Wasser zu bespritzen damit sie es „lernt“.

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Für alle Menschen, die etwas zum „erziehen“ suchen und dabei solche Methoden verwenden: Erzieht euch erstmal selbst, dann benötigt ihr das Gefühl von Überlegenheit und Macht nicht. Falls ihr nicht wisst, wie ich das meine, lasst euch jeden Tag anspucken, wenn ihr in den Augen der Leute um euch herum etwas falsch gemacht habt. Dann könnt ihr in etwa nachempfinden, wie es eurer Katze geht, wenn ihr sie mit Wasser bespritzt.

Generell noch etwas an alle mit „Nerv-Katzen“: Bevor ihr anfangt, das Problem (neben das Klo machen zum Beispiel) zu bekämpfen, wäre es sinnvoller, die Ursache zu suchen, zu finden und genau dort anzusetzen.

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Wenn ihr massig Geld für neue Streu ausgebt, das Bad mit Knisterfolie auslegt, weil die Katze das nicht mag und ihr hofft, dass sie deshalb endlich in das Klo geht und nicht mehr daneben macht (ja, das machen manche Menschen tatsächlich und glauben auch ernsthaft, dass es hilft) dann solltet ihr mal darüber nachdenken, wer hier eigentlich das (geistige) Problem hat.

Wenn ihr damit fertig seid, denkt weiter und fragt euch, wer das Problem ist. Die Katze, die nicht sprechen kann und euch einfach in allem unterlegen, weil sie angefangen von der Nahrungsaufnahme bis hin zu Aufmerksamkeit und schlichtweg Liebe auf euch angewiesen ist, oder ihr selbst. Das Problem ist nämlich meist der Mensch und die Ursache ist die Faulheit sich nicht mit der artgerechten Haltung und Bedürfnissen eines Haustieres auseinanderzusetzen.

Punkt. Noch Fragen?

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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17 Kommentare

  • Vicky sagt:

    Vielen lieben Dank für diesen Beitrag. *applaus* wie oft muss ich anderen Leute sagen, nicht mit Wasser zu spritzen. Das zerstört doch die Bände zwischen Mensch und Tier.

    Ich bin immer wieder dankbar für die kleinen nervigen Momente die sich meine vierpfötler ausdenken, um von mir Aufmerksamkeit zu bekommen. Da ist so mancher lustiger Moment dabei und ich merke schnell was vorrangig mein Katerchen von mir erwartet.
    Seit neusten setzt er sich bewusst vor den tv-Bildschirme und guckt mich mit seinem Blick an: „Hey du, mach das Ding aus und Spiel mit mir. “ Wenn er wusste wo der ausknopf ist, würde er ihn betätigen.

    Danke für deine Auf den Punkt gebrachten Worte.*anbeten* 😘😉

  • M3LA sagt:

    Hi.
    Schöne so klare Worte zu lesen. Mit meiner Erstkatze Milú musste ich als Anfänger auch so einiges durchmachen. Und der Grund für die Schwierigkeiten lag IMMER bei mir. IMMER.

    In einer Welt, in welcher Haustiere zu Accessoires degradiert werden ist das Thema artgerechte Haltung
    immer wichtiger.

    Grüße, M3LA und die Tarzankatze (ja! Der hing an den Lampen. Soooo langweilig war dem).

  • Genau ! Sehr guter Post ! Schnurr

  • Xamina sagt:

    Ein sehr guter Post! Ich bin genau deiner Meinung!

    Liebe Grüße Xamina

  • nilibine70 sagt:

    Hast Du das gehört? Das war mein Applaus

    Unser Wallee ist ja auch aus unterschiedlichen, nicht unerheblichen Gründen, Kronprinz. Aber vorher hatten wir IMMER zwei zusammen Und was soll ich sagen, auch die beiden haben uns erst mal ausgiebigst begrüßt, wenn wir heim kamen, beschmust, bespielt, bekaspert, gleichzusetzen mit dem wildesten Hundewedeln. Ist doch wirklich logisch!!!

    Und das ist jetzt beim Walleemann nicht anders. Es ist einfach nur zauberhaft, herzerweichend, zuckersüß, was er für Rituale hat, wenn ich abends heim komme..hachz….Da kanns schon mal 20 Minuten dauern, bis ich in der Dusche angekommen bin *gg* Aber ich wills auch gar nicht anders!

    Vielleicht sollten sich gewisse Menschen einfach ein Plüschtier kaufen, das ist leichter zu „erziehen“

    Liebste Grüße auch vom Tüpfeltier

    Bine

  • Frau Mohr sagt:

    Wo darf ich unterschreiben?!

  • Manu sagt:

    Wie Recht Du hast!!!

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