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Alltag
Katie (nicht mehr) allein zu Haus
28. März 2018
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Wisst ihr was für den Menschen das anstrengende an einer Katze in Einzelhaltung ist? Sie braucht drei Dinge und von diesen richtig viel: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit. Nachdem wir Lilli gehen lassen mussten, war die Zeit für Katie und uns sehr schwierig. Wir schwankten zwischen Antriebslosigkeit und Trauer. Doch nachdem sich die Minuten nicht mehr wie Stunden anfühlten, trafen wir eine Entscheidung: So geht es nicht weiter.
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Katzen können weinen

Fast eine ganze Woche lang dachten wir, dass Katie sich zu allem Übel noch einen Schnupfen eingefangen hat. Ihr Näschen schien sich in einen Wasserfall verwandelt zu haben und sie schniefte, abwechselnd mit leisem Miauen, ohne Ende.

Dazu kam ihr trauriger Blick und der Fakt, dass sie sich nur noch zum Fressen und um das stille Örtchen aufzusuchen, von der Kratzliege bewegte. Traurig waren wir Menschen natürlich ebenso und schnieften und weinten im Einklang mit Katie.

Spiel mit mir

Immerhin fraß sie und nahm ihre Medikamente ohne mit der Wimper zu zucken. Da ich ein paar Tage Zuhause war, streichelte ich Katie fast von morgens bis abends. Wir spielten vor allem „Leckerli-Weitwurf“ und „Fang-die-Katze“.

Letzteres habe ich mit Katie immer gespielt, als sie noch ein Kitten und Lilli noch nicht bei uns war. Dabei rennt der Mensch der Katze hinterher, tippt sie beim erfolgreichen Kontakt, denn Katze rennt natürlich weg, an und ruft „du bist!“. Ja, völlig bescheuert. Katie machte es auch keine Angst, im Normalfall würde ich das erwarten, doch es schien fast so, als würde sie sich erinnern und so hatte sie wenigstens Bewegung und spielerischen Spaß.

Zerkratzt

Sobald es jedoch etwas wilder wurde und Katie mit mir richtig tobte, sah ich nach drei Minuten aus, als hätte ich versucht eine scharfe Klinge mit meinen Armen in der Luft zu fangen. Immer wieder. Logisch, Katie wollte richtig spielen. Was kann Katze dafür, wenn das Haarkleid des Menschen lediglich aus ein paar nicht erwähnenswerten Fusseln besteht? Eben.

Entscheidung

Als Katie wieder begann umher zu flitzen, zu spielen und auch wieder auf der Kratzsäule schlief, fassten wir den Entschluss einem anderen Kätzchen ein Zuhause zu bieten. Da wir jedoch weder die Hobbyzüchter auf den diversen Kleinanzeigen-Portalen unterstützen, noch eine Designerkatze wollten, sahen wir uns virtuell in diversen Tierheimen um.

Eigentlich sollte es ein Kitten werden. Doch die Suche war an sich bereits schwierig, da wir jede Katze optisch mit Lilli verglichen. Unbewusst. Zudem war im März nicht gerade Kittenzeit. Irgendwann landeten wir auf den Seiten des Tierheims Radeberg. Eine ca. zwei Jahre junge BKH-Mix Katze mit dem Namen Mary suchte ein Zuhause.

Wir fuhren hin. Verliebten uns. Eine Woche später zog Mary bei uns ein. Wo genau sie herkommt und weshalb ihr neues Leben direkt mit einem zweitägigen Tierklinik-Aufenthalt begann, erfahrt ihr ein anderes Mal. Das würde diese Zeilen sprengen und etwas Neugier möchte ich bei euch schon hinterlassen. Katie jedenfalls ist nun nicht mehr allein zu Haus.

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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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18 Kommentare

  • nilibine70 sagt:

    Ich kann mich noch sooo gut daran erinnern, wie Douglas war, als unsere Shallina gehen musste… wenn wir heimkamen, hat er maunzend alles Spielzeug angeschleppt und ist dann an Shallinas Plätze gerannt und hat gejammert Furchtbar! Und dann kam Dana…

    Ich hoffe einfach, dass Katie und Ihr in Mary eine tolle neue Mitbewohnerin gewonnen habt und die kleine Süße sich gut einlebt!

    Ich hatte es ja schon geschrieben, Lilli ist jetzt wieder da, wo sie hingehört, bei Euch und in Euren Herzen war sie nie weg

    Liebst
    Bine

  • Marion sagt:

    Lilli ist natürlich nicht zu ersetzen und daher wird Mary eine neue Katze mit neuen Macken und Eigenarten sein, die euch vielleicht manchmal an Lilli erinnern wird.
    Ich freue mich, dass ihr euch nach einer gewissen Trauerzeit nun doch für eine zweite Katze entschieden habt, besonders toll, dass sie aus einem Tierheim kommt. Das ist bestimmt die richtige Entscheidung für Katie und auch für euch. Ich bin schon gespannt, was du uns über das neue Zusammenleben berichten wirst.
    Ein schönes Osterfest wünsche ich

  • Vicky sagt:

    Oh wie schön.Bin gespannt wie die beiden sich anfreunden und freue mich etwas über Mary zu erfahren.
    Meine zwei Miezen sind leider nicht die dicksten Freunde. Das fand ich so toll zu sehen bei Katie und lilli. Aber auch meine zwei akzeptieren sich, fressen ruhig nebeneinander, jeder hat seinen schlafplatz UND sind NICHT allein. Das war mir wichtig. Merlin ist auch aus dem Tierschutz und so ein verschmuster Kater geworden. Wird nie langweilig mit den beiden.
    Alles gute für euch.

  • Elisabeth sagt:

    Ich freu mich, dass Mary bei euch eingezogen ist. Sie wird nicht nur Katie, sondern auch euch bestimmt gut tun. Nicht als Ersatz für Lilli, natürlich nicht, sondern als eine neue Mitbewohnerin, die ihren eigenen Platz neben Katie und Lilli erobern wird.

    Ich bin natürlich gespannt, wie die Zusammenführung verläuft. Die Fotos schauen schon mal gut aus, aber Katie ist ja auch eine soziale Katze. Der Klinikaufenthalt von Mary überrascht mich jetzt gar nicht so – bei allen meiner drei Katzen war am Anfang was.

    Bianka hatte (anscheinend aufgrund des Stresses) erstmal typisch Mädchen eine Blasenentzündung. Bei Charly wurden Giardien diagnostiziert (nicht ungewöhnlich, wenn eine Katze aus dem Shelter kommt, aber unfassbar mühsam für den zuständigen Menschen). Bei Flausch entdeckte ich am ersten Abend ein schwarzes Kügelchen hinterm Ohr, das sich bei der Tierärztin als Schrotkugel entpuppte (rausoperiert wurde es aber erst später, ich wollte ihm eine Eingewöhnungszeit zugestehen).

    Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr schnell zusammenwachst.

  • Lakritze & Co sagt:

    Eine Katze aus dem Tierheim zu holen war eine gute Entscheidung!!! Sechs meiner früheren Katzen waren auch aus dem Tierheim. Und dass Katzen weinen können, habe ich vor vielen Jahren bei meinem Siamkater gesehen. Dem sind richtig dicke Tränen aus den Augen gekullert.
    Und Lilly ist nicht vergessen

  • Birgit sagt:

    Hallo, oh -wie wunderbar. Jetzt ist wieder Freude in Euer Haus eingezogen. Viel Spaß wünschen Euch Birgit und Kater Da Vinci

  • Cindy T sagt:

    Oh wie toll. Ich freue mich für euch und vor allem für Katie und Mary!

  • Anita sagt:

    Ich freue mich so für Euch, aber vor allem für Katie, jetzt hat sie eine neue Freundin mit der sie sich hoffentlich gut verstehen wird! Natürlich ist Lilli nicht ersetzbar, sie war genauso einzigartig wie jedes andere Lebewesen auch und wird Euch immer im Herzen und geliebt in Erinnerung bleiben! Aber es ist schon besser das Katie jetzt nicht mehr alleine ist und ihr einer Katze aus dem Tierheim die Chance auf ein schönes und liebevolles Zuhause gegeben habt! Ich persönlich würde auch immer wieder Katzen aus dem Tierschutz adoptieren, ich finde die sind besonders dankbar und es ist einfach schön zu wissen das man ihnen eine Zukunft ermöglicht und ein gutes Zuhause schenkt. Da sitzen so viele liebe und hübsche Katzen mit einem tollen Charakter, wo ich mich wirklich frage warum die eigentlich im Tierheim gelandet sind, ich verstehe das manchmal echt nicht und wünsche mir von Herzen das so viele wie möglich ein schönes Zuhause finden und so geliebt werden wie sie es verdienen! Ich drücke Euch ganz fest die Daumen das Ihr alle gut zusammenwachst und ein tolles Team werdet!
    Übrigens habe ich Dein Buch seit einigen Tagen erhalten und möchte Dir dafür ein ganz großes Kompliment aussprechen, es ist wirklich sehr informativ, gut geschrieben, toll bebildert und hübsch gestaltet! Es ist eine sehr schöne Erinnerung an Lilli und ich werde es immer in Ehren halten!

    • Lilli zu ersetzen ist unmöglich und war auch nicht der Grund. Selbst wenn Katie und Mary nur nebenher leben, so lange sie sich akzeptieren, nicht aufeinander einprügeln und keine von beiden alleine ist, ist alles gut. Viele Katzen landen aufgrund von Menschen, die sich mit ihnen und ihren individuellen Bedürfnissen einfach nicht beschäftigen wollen, im Tierheim. Der Mensch stellt sein Ego leider oft über das Wohlbefinden der Tiere.

  • marie sagt:

  • Ombia sagt:

    Was es bedeutet eine Katze plötzlich und ungewollt alleine zu halten ist mir leider bekannt. Meine waren sieben Jahre zusammen glücklich und von einander geliebt, deswegen hat meine Meli keine andere Katze angenommen. Versucht haben wir es mit Katzenbaby, einem Kater und zum Schluss einer Katze. Viele Trännen später und da beide Katzen durch Dauerstress immer kranken geworden sind haben wir eingesehen, Meli will alleine bleiben. Für mich sehr anstehend. Toll, dass ihr eine Tierheimkatze glücklich gemacht habt! Euch vier alles Gute!

  • Manu sagt:

    Hallo Petra und Co!
    Das ist eine so schöne Nachricht! Gut so!
    Ich drücke euch die Daumen dass alles gut klappt und ihr neue Erinnerungen schafft!
    Gerade eben ist Dein Buch hier eingetroffen und jetzt diese gute Nachricht!
    Ich freu mich sehr aber trotzdem bin ich traurig. Lilly fehlt uns hier auch!
    Frohe Ostern!
    Liebe Grüße von der Manu und den 24 Tatzen!

    • Vielen Dank! Gefällt dir der Ratgeber? Ich kann ihn mir noch immer nicht ansehen (ohne sofort zu weinen). Aber das wird schon noch. Liebe Grüße an euch zurück!

      • Manu sagt:

        Hallo Petra!
        Ja, er ist wirklich toll! Und ja, ich kann Dich gut verstehen. Die blöden Tränen, die schönen Bilder und das Vermissen. Aber ich bin sicher irgendwann wird es besser. Und dann gibts ein neues Buch im Leben. Mary und Katie. Lilly bleibt Lilly und wird hier auch vermisst. Und Mary wird mit euch neue Erinnerungen schaffen und wir freuen uns daran Teil zu haben. Haltet die Ohren oben und die Herzen offen! Wir denken an euch und wünschen frohe Ostern mit einem großen Miau!

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