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Alltag
Akzeptanz
15. April 2018
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Mittlerweile ist etwas Zeit vergangen. Zwischen Katie und Mary hat sich bisher keine tiefere Freundschaft entwickelt. Um es genau zu sagen, ignoriert Katie unser neues Familienmitglied in jeder Sekunde. Doch zum einen ist das nicht schlimm und zum anderen bleibt Mary dran und versucht Katie mit ihrem Charme doch noch rumzubekommen.
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Vom Schrank auf die Couch

Nachdem Mary und somit auch ich, das im Katzenklo schlafen überstanden hatten, forderte mich die Kleine erneut heraus: Sie wohnte ab sofort unter dem Schrank im Wohnzimmer. Der Spalt zwischen Fußboden und Schrankunterplatte ist nämlich genau so hoch, wie eine liegende zwei Jahre alte BKH-Mix-Kätzin.

Irgendwann, nachdem meine Armschmerzen über Herz und Vernunft siegten, zog ich Mary einach vor. Behutsam versteht sich.

Sie schaffte es unterhalb des Schrankes nicht, etwas zu fressen ohne sich permanent des Kopf zu stoßen.

Zudem machte Katie ihr das Leben zusätzlich schwer indem sie Laute von sich gab, bei denen ich kurzzeitig überlegte ob Gremlinge neuerdings wie Katzen aussehen.

Streicheln schafft Vertrauen

Mary entschied sich nach Klo und Schrank glücklicherweise für ein Versteck, welches nicht nur in menschlicher Reichweite, sondern auch so gelegen war, dass der SureFeed Futterautomat und die Wasserschale in Marys Nähe stehen konnten: Die Katzenhöhle von jerry’s.

Ab diesem Zeitpunkt begann die Mission „Streicheln“. Der Anfang war schwierig, da Mary sofort der Fluchtinstinkt packte und sie rasch das Weite suchte. Doch auch Mensch kann penetrant sein und so lief ich ihr einfach hinterher und berührte sie so lange, bis sie verstand, dass die Hand ihr nichts tut, sondern sie einfach nur streicheln möchte.

Das funktionierte so gut, dass Mary sämtliche Bettchen, die es in unserem Haushalt so gibt, auf Liege- und Streichelqualität prüfte. Ihr neuer Favorit war dabei schnell gefunden: Das Katzenbett OTI von myKotty.

Nachdem sie auch die Kratzsäule und die untere Liegefläche entdeckte, gab es im Punkto Streicheleinheiten fast kein Halten mehr. Dabei zeigte Mary übrigens ihre andere Macke, denn wer mit Streicheln aufhört muss (zahnlos seicht) gebissen, geputzt und intensiv aufgefordert werden!

Eifersucht

Katie findet es auch heute noch gar nicht lustig, dass Mary mir permanent hinterherläuft. Streichle ich Katie, quietscht Mary neben uns herum. Stehe ich von der Couch auf, verlässt Mary sie ebenso.

Dabei hat Katie keinen Grund: Wir streicheln immer beide, so gut es geht, gleichmäßig. Auch versuchen wir beide zum spielen zu animieren, allerdings hat Mary vor Spielzeugen noch immer eine solche Angst, dass sich dies ziemlich schwierig gestaltet.

Dranbleiben

Doch trotz der Angst, manchmal auch noch vor Katie, ist Mary ziemlich stur. Sie versucht so gut wie alles um Katie davon zu überzeugen, dass sie eine liebe und tolle Freundin wäre.

Sie schnüffelt an Katies Pfoten sobald sich die Gelegenheit ergibt, Mary schubst Katie des Öfteren ihren Ball rüber – in der Hoffnung, Katie spielt mit ihr und sie läuft Katie ebenso hinterher wie mir. Irgendwann wird Mary sie schon noch überzeugen, da bin ich mir ganz sicher.

Hauptsache nicht allein

Am Ende ist es jedoch Katies Enstcheidung, ob sie Mary in ihr Leben und in ihr Herz lassen oder ob sie lieber für sich sein möchte. Wir jedenfalls tun alles dafür, dass die beiden sich verstehen. Noch ist es auch nicht so lange her, dass wir Lilli gehen lassen mussten und auch uns fällt es teilweise sehr schwer, dies zu realisieren.

Katie wird es dabei nicht anders gehen und sie wird Lillifee noch immer genauso vermissen wie wir. Denn auch bei uns kullern ab und an noch ein paar (viele) Tränen.

Wichtig ist, dass Katie und Mary zumindest friedlich nebeneinander leben und vielleicht kommt irgendwann der Tag an dem wir von Freundschaft zwischen den beiden sprechen und nicht nur von Akzeptanz.

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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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3 Kommentare

  • ombiaombia sagt:

    Genau so ist es, wichtig ist, dass die sind nicht zum Tode verprügeln und verletzen. So war es nämlich bei uns.
    Alles andere kommt mit der Zeit.
    Genauso wichtig ist es, dass ihr Katie jetzt BESSER als den Neuzugang behandelt.
    Sie muss klar spuren, dass sie besser gestellt ist.
    Nur so wird sie sich entspannen, einsehen – sie hat keinen weiteren Verlust zu fürchten und wird den Wettbeweer Gedanken hinter sich lassen. So tut ihr eigentlich auch Mary ein Gefallen.
    Trotzdem ist diese Herangehensweise nicht immer leicht. Wenn Katie jetzt etwas mehr Leckerlies und etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, entspannt sie sich schneller.
    Und wenn sie entspannt ist, ist dass das beste für Mary auch.

  • Vicky sagt:

    Das hört sich doch ganz gut an. Bleib dran. Geduld ist der Schlüssel. Ich finde deine „penetrant’s“ Mary gegenüber toll. Nur so lernt sie.
    Alles braucht seine Zeit. Das Katie sich über Mary noch nicht wirklich freuen kann, hast du ja schon gut erkannt, ist für alle verständlich. Auch Tiere trauern.
    Meine beiden Leben jetzt gut 4jahre zusammen. Sie sind eine nette Wohngemeinschaft. Freunde werden meine zwei glaube ich nicht mehr. Aber ich entdecke immer wieder neue Seiten wo sich der eine dem anderen nähert. Und die Hauptsache ist :“nicht allein sein“
    Wünsche dir weiterhin viel Geduld und Ausdauer. Trauert ihr bitte auch ausgiebig und solange ihr braucht. Dann habt ihr später umso mehr Freude an den beiden, die jetzt euren Alltag mitgestalten 🐱
    Alles liebe von uns.

  • Karin Wagner sagt:

    Hier sind alle Daumen und 20 Pfoten ganz fest gedrückt – und mit viel Geduld lässt sich mit Sicherheit einiges bewerkstelligen❣️

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