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Alltag
Klogeschichten
11. September 2016
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Keine Bange, es wir nicht eklig oder so intim, dass die Mädels rot werden müssten. Es geht eher um Haltungsnoten, Bräuche und Rituale. Katie und Lilli haben nämlich wirklich merkwürdig witzige Angewohnheiten, wenn es sich um Katzenstreu und dessen Befüllungsort handelt:

Die Synchronschwimmerin

Wenn Katie das Bad mit der Katzenfutterverwertungsanlage betritt, scheint alles noch sehr normal. Sie läuft, wie eine Katze eben läuft. Der Kopf ist oben, der Po auf katzengerechter Höhe und die Vorderpfoten tapsen aufrecht und abwechselnd.

Sobald sich unter allen vier Gehilfen jedoch Katzenstreu befindet, ändert sich dieser körperliche Zustand schlagartig. Aus der eben noch grazilen Katze wird eine Mischung aus einer Ente mit Kopf unter Wasser und einem auf dem Bauch schwimmenden Otter.

Katie wärmt die Katzenstreu erstmal an. Wie eine brütende Schnee-Eule in Schockstarre. Danach wird genau diese Stelle aufgescharrt, bis der Boden kreisförmig von der Streu befreit ist, um dort nicht verarbeitete Überreste des Katzenfutters und –Snacks loszuwerden. Als sei es ein Loch in der Erde, legt sie sich wieder darüber und richtet ihren Oberkörper wie beim Synchronschwimmen gekonnt und elegant auf – ohne dabei die Pfotenstellung auch nur annähernd zu verändern.

Nach getaner Arbeit wird alles mit Streu überdeckt. Die Choreographie ist abgeschlossen. Haltungsnote: 10,0. Im Schlimmsten Fall folgt dann der Sportteil: Schlittenfahren.

Die Künstlerin

Lilli ist natürlich das absolute Gegenteil von Katie und geht die Sache mit dem Umgang von Katzenstreu ganz anders an. Allerdings auch immer wieder auf die gleiche Art. Lilli verwertet nicht, Lilli erschafft Dinge.

Zuerst hinterlässt sie die Kugeln zu dem sich die Streu durch hohe Wasseraufnahme formt. Danach rennt sie weg. Zwei Minuten später schaut sie sich ihr perfekt geformtes Kunstwerk erneut an und entscheidet sich, diesem ein weiteres abstraktes Gebilde hinzuzufügen. Neben dem ersten seiner Art ist immer Platz frei.

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Also wird an dieser Stelle vorsichtig überschüssiges Streumaterial beiseite gescharrt. Es folgt dreimaliges Augen zusammendrücken, sofortiges Umdrehen, freudiges Gemaunze und ein Sprung über alle ihre Kreationen.

Ein erneuter Prüfender Blick darf natürlich nicht fehlen. Meistens passt es so und Lilli verlässt mit erhobenem Schwanz das Badezimmer. Hinterlassenschaften vergraben ist nicht vorgesehen. Das ist immerhin Kunst. Kunst!

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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9 Kommentare

  • Nina sagt:

    Meine beiden Kater haben die gleiche runde Örtlichkeit (katchit). Heute konnte ich beobachten wie einer meiner Kater sich seiner Notdurft in einer doch recht komischen Haltung erledigte. Mit den Hinterbeinen im Katzenklo und abstützender Weise mit den Vorderpfoten auf dem Außenring der Toilette

  • Caren Manowski sagt:

    Die Kür in der Toiletennutzung läuft hier auch immer gleich, doch bei jeder Katze / Kater anders.

    Der Buddler und Stehpinkler ,Kater Zamiro macht hier Bob der Baumeister mäßig, erst riesen Löcher um dann wenn es gerade passt trotzdem an der Wand lang zu pinkeln (eh egal wie groß die Wanne ist und wie hoch der Rand, er schafft es) um anschließend wahre Berge aufzuhäufen.
    Was den Vorteil hat man sieht immer wo er war .
    Ausserdem hat er die Vorliebe auf Klo zu gehn wenn ich auch gerade im Bad bin, was beim Zähneputzen schon eine echte Herausforderung ist. Aber er zieht auch ganz süß eine Schnute (zieht das Gesicht so zusammen, das man sieht da preßt der ganze Kerl) wenn er kackt.
    Und er putzt sich immer hingebungsvoll, auf seinem Cremeweißen Fell ( Halblanghaar) hängt nie was da nicht hängen soll.

    Amira ( Halblanghaar) ganz Lady like, schreitet sie ins KK, erledigt ihre Geschäfte,buddelt es gerade so zu, noch ein kurzer Blick und schreitet wieder hinaus. Aber bei ihr bleibt schon mal was im Fell hängen, weshalb sie ab und zu den Popo-Irokesen bekommt (Fallrinne wird frei geschorren ). Ich hab das Gefühl das sie denkt das sie für solche Sachen Personal hat das sich kümmern soll.

    Tini schaut erst, war da schon wer, wenn ja nehm ich lieber ein anderes KK. Wenn nicht wird gern bis zum Boden gebuddelt. Und da sie meistens rennt, ist das dann auch nach dem Klogang die bevorzugte Geschwindigkeit.

    Alle aber gehen besonders gern, wenn ich gerade das KK gereinigt habe und am aufstehen bin. So nach dem Motto, ha diesmal bin ich der / die erste; bzw .moment mal hier haste noch was.

  • Dein Blog gefällt mir sehr gut. Die Artikel sind nicht nur witzig, sondern kompetent und informativ. Was die Klo-Sitzungen betrifft, so habe ich auch schon einiges erlebt. Aber alles mit Katern. Unser letzter war ein Stehpinkler, ein anderer wollte unbedingt aufs Menschenklo gehen.
    Liebe Grüße
    Doris

  • Ariana sagt:

    Wieder einmal ein sehr Amüsanter Beitrag von dir! Da meine Katzen immer einen Deckel auf ihrer Toilette hatten, konnte ich nie solche Rituale beobachten Außer das meine Katze immer einen großen Berg Katzenstreu vor dem Klo hinterlässt weil sie alles raus schart

    Liebe Grüße
    Leony

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