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Alltag
Neuer Blickwinkel
24. Dezember 2015
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Obwohl ich finde, dass Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum gehören und sich als Geschenk ebenso eignen wie Shorts im Winter bei -15 Grad, möchte ich Neu-Katzenbesitzern gerne auf die Zeit nach der weihnachtlichen Freude vorbereiten. Solltet ihr also jemanden kennen, der sich zum jetzigen Zeitpunkt noch über diese süßen kleinen Fellknäuel, die seit heute das Familienleben aufmischen, freut, leitet doch bitte diese Zeilen weiter. Unkommentiert reicht völlig aus.

Die Kitten sind also da. Als verantwortungsbewusster Zweibeiner wurden natürlich gleich zwei Katzen dem idyllischen Familienleben hinzugefügt. Sollte es nur eine sein, müssen die folgenden Punkte Mal zwei genommen werden, denn eine Katze in Einzelhaltung wird sich irgendwann langweilen und das bisherige Sein des Besitzers noch viel mehr durcheinander bringen.

Doch was genau ändert sich denn nun als Katzenbesitzer?

1.

Bereits im Kittenalter prägen Katzen ihr Gespür für „im Weg herum laufen“ und als „Stolperfalle fungieren“ aus. Deine einst gerade Körperhaltung mit Blick nach vorne wird sich in eine gebückte und immer nach unten kurz vor und hinter deine Füße schauende ändern.

2.

Nach dem Betreten der Wohnung wirst du zukünftig deine Schuhe und Tasche nicht mehr „irgendwo“ im Flur abstellen. Denn dies hätte zur Folge, dass aus deiner Jacke ein Katzenbett wird und deine Tasche, wie Schuhe ein ganz individuelles Design in Form von Krallenmuster erhalten.

3.

Deine Ausgaben für Fusselrollen steigen derart an, dass es absolut keine logische und nachvollziehbare Argumentation gegenüber dem Finanzamt und den eingereichten Rechnungen gibt.

4.

Die Lebensdauer deines Staubsaugers nimmt von Woche zu Woche ab. Irgendwann kann auch die stärkste Saugkraft mit den immer wiederkehrenden Haarmassen nicht mehr umgehen. Nutzt du Staubsaugerbeutel so steigen auch hier die Kosten. Bei einem System ohne Beutel holst du regelmäßig so viele Haare aus dem Behälter, dass du anfängst sie genauer zu untersuchen um sicherzugehen, dass es sich nicht doch um eine der Katzen handelt.

5.

Du entwickelst ein ganz neues Verständnis für Sprache. „Miau“ bedeutet „Steichel mich“. Oder „Ich will rein“. Oder „Ich will raus“. Oder „HUNGER!“. Oder „Spielen, jetzt!“. Oder auch „Ich wollt nur gucken ob ich es noch kann“. Gefolgt von „Ich weiß wie ich heiße!“.

6.

Wenn du selbst erkältet bist ist irgendwas aus der Apotheke ausreichend. Wenn die Katze jedoch plötzlich mit dem linken Ohr wackelt und das vorher noch nie getan hat, rufst du panisch deinen Tierarzt an. Nachts um vier.

7.

Du kannst tun was du willst: Im Freundes- und Kollegenkreis bist du ab sofort „die mit den Katzen“.

8.

Da die gesunde und artgerechte Ernährung von Katzen wichtig ist, weißt du bald viel über die Inhaltsstoffe von Katzenfutter und was dort absolut nicht hineingehört. Was sich jedoch in deinem Joghurt befindet bleibt dir nach wie vor ein Rätsel.

9.

Dein Tagesablauf richtet sich nach Einzug der Katzen nicht mehr nach der Uhr oder Sonnenauf- bzw. Untergang. Die Vierpfötler sind dein Dreh- und Angelpunkt. Das passiert schleichend und beginnt mit festen Fütterungszeiten. Spätesten wenn du schlafen gehst weil sie es auch tun und sie dich früh wecken, hast du verloren.

10.

Unter der Couch entsteht ein Paralleluniversum. Darin leben Leckerlis glücklich vereint mit Haargummis, Klammern, Spielzeug, Staub und natürlich Katzenhaaren. Irgendwann, wenn dieses Universum groß genug ist, erinnern sich die Vierpfötler an die Schätze unter der Couch. Entweder du räumst die Couch gleich ganz zur Seite oder verbringst Stunden damit, durch Hilfe der viel zu kurzen Spielangeln unter der Couch herumzustochern um den Plüschball hervorzuholen. Den will eine der Katzen nämlich jetzt unbedingt. Dies wiederholt sich mehrmals im Jahr.

11.

Komische „plopp“, „plopp, plopp“ Geräusche mitten in der Nacht schrecken dich irgendwann nicht mehr auf. Eine der Katzen hat nur gerade den verschollenen Flummi wiedergefunden und muss prüfen ob er noch funktioniert.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zu den neuen Familienmitgliedern!

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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5 Kommentare

  • Ich habe meiner Tochter auch eine Baby Katze letztes Weihnachten geschenkt. Unser neues Familienmitglied hat sich schnell eingelebt. Schwierigkeiten habe ich noch mit dem hier beschriebenen „Verständnis für Sprache“. Für mich klingt ein Miau wie ein Miau

  • Beate sagt:

    etwas ironisch verfasst aber mit durchaus einigem Wahrheitsgehalt gepickt lg Beate

  • So wahr, aber so süss geschrieben ! Frohe Weihnachten ! Schnurr

  • Wirklich süß und witzig geschrieben – und doch soviel Wahrheit dabei. Dein Beitrag regt zum nachdenken an und bringt auch das eine oder andere Schmunzeln in mein Gesicht. Vielen Dank dafür.

  • Nadine sagt:

    Süß geschrieben!
    Ich wünsche frohe Weihnachten!

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