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Alltag
Lachen und Weinen
3. Mai 2020
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Wir alle wissen wie wunderbar Katzen sind, besonders, wenn sie sich an uns schmiegen, schnurren oder ihr Köpfchen gegen unsere Beine drücken. Doch so ganz ohne Gegenleistung ist diese Hingabe nicht, denn die menschlichen Mitbewohner müssen dafür so einiges einstecken.

 

Nicht ohne Gefühle

Liebe tut manchmal ziemlich weh. Insbesondere gilt dies, wenn das Objekt der Begierde nicht nur über angsteinflößende Keilzähne verfügt, sondern auch über messerscharfe Krallen. An sich gesehen wäre das alles völlig unproblematisch, wäre da nicht dieses unüberwindbare Kommunikationsproblem.

Versetzen sich Krallen unbemerkt und treffenderweise in Richtung menschlicher Gliedmaßen, bevorzugt derer die eigentlich zur Fortbewegung gedacht sind, erhält die Liebe eine weitere Facette des eigentlichen Gefühls. Keine schöne, jedoch eine bemerkenswert einprägsame.

Im unglücklichsten Moment endet diese kätzische Zuneigung zum einen in einer schmerzhaften Mimik des völlig beeindruckten Zweibeiners und zum anderen in unbeabsichtigtem, lauterem Geschrei. Inklusive Abschüttelversuchen.

Obwohl Kommunikation einfach alles ist, fällt es doch sehr schwer Lebewesen die gefühlt zwar über verschiedene Tonlagen, jedoch über einen begrenzten Wortschatz verfügen, zu erklären, dass diese tanzartigen Bewegungen keinerlei Glücksgefühle auslösen und auch nicht dafür sorgen können, dass es regnet.

Ohne Vorwarnung

Besonders fies wird es allerdings, wenn jedes Haushaltsmitglied eigentlich völlig entspannt irgendwo rumliegt oder sitzt. Kennt ihr das Gefühl, wenn euch plötzlich in den Fuß gebissen oder kurzerhand entschieden wurde, dass Kratzbäume völlig überbewertet sind, wenn der Mensch doch ähnliche Stämme in doppelter Form immer bei sich hat?

Auch die unglaubliche Fähigkeit sich aus dem Liegen heraus in einen 230 km/h schnellen ICE im Miniformat zu verwandeln und so als erster an der Tür zu sein, erstaunt jedes Mal aufs Neue. Natürlich nachdem alles umgerannt wurde was sich auf dem Weg dorthin befand. Inklusive uns. Ebenso kann einfühlsames Streicheln manchmal und ohne Nennung von Gründen völlig ausarten und das immer, wirklich immer, zum Nachteil derer mit fehlendem Fellkleid.

Vergeben und Vergessen

Am Ende jedoch gewöhnen wir uns schnell an eventuell blutende Kratzer und blaue Flecken. Genau wie Kollegen und Freunde, das ist praktisch, denn dann müssen die Gründe nicht immer wieder aufs neue vorgetragen werden. Unseren Katzen haben wir doch bereits in dem Moment des Geschehens verziehen und zwar mit einer Kombination aus Lachen und Weinen.

Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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2 Kommentare

  • Azuna sagt:

    Hallo Großstadtkatze 🐱

    ich muss schon sagen, dass du einen sehr schönen und humorvollen Schreibstil hast 😂 Ich lese jeden Deiner Beiträge mit mindestens einem schmunzeln im Gesicht und öfters auch mit einem herzlichen Lachen. Du beschreibst lebhaft den Alltag, den sicherlich jeder Katzenbesitzer 1 zu 1 nachvollziehen kann und auch sicherlich so oder so ähnlich, schon das ein oder andere Mal, erlebt haben dürfte.
    Bitte bleib so wie du bist und zaubere uns weiterhin mit deinen amüsanten Berichten ein Lächeln ins Gesicht 😊

    Liebe Grüße Azuna, Mikesh & Loki 🐈❤️

  • Sabine sagt:

    *lach* jaja, ‚Liebe tut weh‘ – das sag ich mir dann auch immer. Mein Lifehack dazu: die betroffene Extremität nicht im Affekt wegziehen (das gibt sehr unschöne Kratzer), sonder kurz aushalten und das Pfötchen streicheln. Ernsthaft! Meine Katzen wenigstens ziehen die Krallen (mit einem leisen Plöpp ) dann wieder ein bzw. aus meinen Extremitäten raus.

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