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Mampf Nachgefragt
Stiftung Warentest
1. März 2017
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Auch wenn die Veröffentlichung der Stiftung Warentest zum Thema „bestes Katzenfutter“ bereits einige Jahre her ist, sorgt das Ergebnis noch immer für Verwirrung. Zu recht, denn die Stiftung Warentest untersuchte im März 2014 zwar Katzennassfutter von verschiedenen Hersteller, jedoch nicht, ob es sich bei der Verarbeitung um hochwertige oder artgerechte Bestandteile handelt.
.

Großstadtkatze-Leserin Christa fragte auf facebook:

„Wie kam die Stiftung Warentest auf dieses Ergebnis?“

Was war denn eigentlich das Ergebnis?

Die Stiftung Warentest stellte in ihrer Märzausgabe im Jahr 2014 fest, dass das beste Katzenfutter gerade mal 21 bzw. 35 Cent kostet. Oder anders ausgedrückt: Billigfutter ist perfekt für die Gesundheit und artgerechte Ernährung von Katzen.

Welche Kriterien gab es?

Die Verantwortlichen haben 33 Nassfutter getestet. Kriterien waren:

  • Preis
  • Zutaten
  • Portionsgröße
  • Schadstoffe
  • Deklaration
  • Fütterungsempfehlung
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Stellt euch mal vor ihr wollt einen Fernseher kaufen. Anstatt Angaben zur sinnhaftigkeit der verbauten Technik, Details zu den Funktionen und bspw. Stromverbrauch, erhaltet ihr jedoch nur Informationen zur Verpackung, zu den Kosten und zur täglich, vom Hersteller, empfohlenen Nutzung des Fernsehers.

Was wurde nicht berücksichtigt?

Kurzum: So gut wie alles, das wichtig gewesen wäre. Leider.

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  • Fleischanteil
  • Fleischqualität
  • Zuckeranteil
  • Getreideanteil
  • artgerechte Bestandteile

…und einiges Weitere. So wurde bei der Deklaration zwar darauf geachtet, ob es sich um Alleinfutter- oder Ergänzungsfutter handelt, jedoch nicht, ob die Deklaration nachvollziehbar und offen ist. Dadurch war es möglich, dass Nassfutter, die noch weitere Bestandteile, diese jedoch nicht in der Deklaration aufgelistet hatten, besser bewertet wurden, als Produkte mit offenen Angaben.

Was genau wurde miteinander verglichen?

Wer glaubt, dass die verschiedenen Nassfutter nach Sorte bzw. Geschmacksrichtung getestet wurden, der wird schon an diesem Punkt enttäuscht. Verglichen wurde zum Beispiel Pute mit Rind, dieses wiederum mit Truthahn und Hühnchen. Auch ob es sich um Sauce oder Gelee handelte, war der Stiftung Warentest ziemlich gleich.

Anscheinend ebenso gleich, wie der Rest des Testes. Es stimmte einfach nichts. Die Produkte waren nicht vergleichbar und der wahre Inhalt sowie dessen Eigenschaften, ob artgerechte Zutaten oder nicht, war der Stiftung Warentest – auf deutsch gesagt – völlig egal.

Hauptsache Katzenfutter ist billig, füllt den Magen und das Ergebnis bestätigt alle Verbraucher, die sich lieber faul auf Werbung verlassen, anstatt auf natürliche Ernährung.

Fazit: Ein Nonsens-Katzenfutter-Test, den ihr getrost vergessen könnt.

Die Stiftung Warentest veröffentlichte bereits 2008 einen ähnlichen Artikel mit gleichem oder sagen wir lieber „noch schlimmeren“ Ergebnis. In dieser Ausgabe waren die Tester der Ansicht, dass „nichts gegen Trockenfutter spricht, wenn die Katze gesund ist“ und das „Trockenfutter billig, gut und somit empfehlenswert“ sei.
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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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9 Kommentare

  • Sabine sagt:

    Oh ja, da hat Petra mal wieder gute Recherche durchgeführt!!

    Es ist zum K …, aber ich frage mich ebenfalls, wie solch ein Bullshit als Ergebnis in die Welt kommen kann? Das ist Gehirnwäsche vom Feinsten, denn es soll auch Katzenhalter geben, die sich per Internet nicht schlau machen können. Somit geht die Welle (neben Werbung) per Mundpropaganda weiter: „Aber Warentest hat gesagt“!

    Was man eventuell wegen Boykotts der gewissen Sender mit Dauerwerbeeinblendung verpasst, das richtet der nette Nachbar, denn alle ist gut …
    Vielen Dank für diesen Bericht, den hoffentlich viele Katzenhalter lesen werden!!

    Liebe Grüße
    Sabine

  • Christa sagt:

    Liebe „Großstadtkatze“ freue mich, dass Du Dich dieses Themas angenommen hast und für verständliche Aufklärung bezüglich der Testmethoden von der Stiftung Warentest gesorgt hast. Also soll man sich von denen nicht verunsichern lassen! Schade das solche Test`s veröffentlich werden dürfen. Danke für die Recherche und liebe Grüße Christa

  • nilibine70 sagt:

    Und genau deswegen geb ich nicht mehr allzuviel auf diese Ergebnisse dieser Organisation. Desgleichen, wenns Ökotest ist… In meinen Augen ist das Augenwischerei.

    Allerdings kann man als mündiger Bürger lesen und sich auch anderweitig informieren

  • Ramona sagt:

    Ich habe mich damals schon über diesen Test aufgeregt. Aber Stiftung Warentest ist eben auch nicht unabhängig und will bezahlt werden. Das zeigt sich leider immer wieder.
    Noch schlimmer finde ich die Katzenbesitzer, die diesen Mist glauben ohne sich selbst mal wirklich Gedanken zu machen. Andererseits, was will man denn verlangen, wenn es genug Tierärzte gibt, die als Diätfutter dem Besitzer einen sehr teuren Beutel Trockenfutter in die Hand drücken und damit ihre Praxis finanzieren.

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