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Alltag
Vom Wesen anders gleich
23. November 2014
5

Müsste ich für Katie fünf Worte finden, dann wären es: leicht nervig, schön, anhänglich und streichelsüchtig. Lilli hingegen bekäme: verfressen, selbstbestimmt, ängstlich, laut und verschmust.

Es ist schon erstaunlich, dass beide so unterschiedlich sind und sich dennoch so sehr lieben. Lilli ist eine perfekte Katze, sehen wir vom nächtlichen und punkt-sechs-Uhr-morgens-Kratzen an der Schlafzimmertür einmal ab.

Sie macht keine Dummheiten, ist immer lieb und vor allem immer dabei. Sie holt vom Schrank die Kisten nicht herunter, sitzt aber unten und schaut Katie dabei zu. Wahrscheinlich würde sie das auch gern, die leeren Kartons vom Schrank werfen, aber Lilli hat eine ganz andere Beziehung zur Schwerkraft als die meisten anderen Bewohner der Erde.

Sie wirkt bei ihr fünf Mal so stark. Lilli ist ein Stein, dem noch während des Flugs bewusst wird, dass er dazu eigentlich nicht geschaffen ist, plötzlich und unvermittelt herunter fällt und einfach liegen bleibt. Leicht zuckend und hilflos schauend.

Außer die Katzen jagen sich. Dann steht selbst Katie erstaunt da und fragt sich wahrscheinlich ebenso wie wir, wie Lilli es schaffen konnte, mit nur einem Satz die oberste Stelle des Kratzbaumes zu erreichen. Ist wahrscheinlich alles eine Frage der Anlaufweite. Normalerweise benötigt sie dafür nämlich mehrere Versuche, erleidet einige Rückschläge, weil sie sich mit den Vorderpfoten doch nicht hochziehen kann und viel Zeit. Aber ist schon süß. Wenn sie mal wieder irgendwo heruntergefallen ist, gehen wir sofort hin und streicheln sie. Auch wenn wir wissen, dass sie uns nicht versteht, versuchen wir ihr klarzumachen, dass das jetzt nicht schlimm ist.

Katie springt und hüpft wie ein Reh. An ihrer Performance ist absolut nichts auszusetzen. Dafür kann sie aber ohne ende nerven. Ihr liebstes Hobby ist es, die Glühbirnen aus den Pendellampen zu zuppeln. Was sie auch in 60 Prozent der Fälle schafft. Die werden nur gesteckt und nicht gedreht. Kinderspiel. Das klingt verhältnismäßig harmlos, aber wenn du nach einem arbeitsreichen Tag einfach nur den Film um 20:15 Uhr sehen möchtest und alle drei Minuten aufstehen musst um die Katze von der Lampe zu verscheuchen, ist es nicht mehr lustig. Selbst Lilli nervt das irgendwann so sehr, dass sie versucht Katie vom Tisch zu verjagen.

Aber und das ist das Wichtigste: Sie mögen sich, sind für einander da und bescheren uns unendlich viele Glücksmomente.

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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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5 Kommentare

  • Constanze sagt:

    Wir haben zwei Brüder. Die sind auch komplett unterschiedlich. Der große, selbstbewusste und unabhängige Apollo verkriecht sich, wenn es an der Haustür klingelt und kommt erst wieder raus, wenn der Besuch weg ist. Dafür schmust er gern mit seiner Katzenfreundin, aber nicht mit uns Menschen. Sein Bruder Zorro ist zurückhaltend und verschmust mit Menschen, hat aber kein großes Bedürfnis mit Apollo und Cleo abzuhängen. Er geht lieber seine eigenen Wege. Soviel Gegensätze in zwei Katzen ist schon verwirrend. Gegensätzliches in einer Katze noch viel mehr.

  • Anika sagt:

    Das kommt mir ja sehr bekannt vor. Meine beiden sind genauso verschieden. Emily ist total neugierig. Beim Staubsaugen muss sie direkt daneben sitzen und genau verfolgen was ich da mache, wo Maddy hingegen sofort abhaut, da ihr das viel zu laut ist. Und auch beim Essen kochen sitzt Emily auf dem Tisch und schaut zu wie ich zb. Kartoffeln schäle, während Maddy das so gut wie gar nicht interessiert. Und am liebsten schmeist Emily meine gesammelten Steine vom Fernsehtisch, was so laut ist, dass ich gar nichts mehr im Fernseher verstehe.

  • Hihi, da mussten wir hier jetzt ziemlich schmunzeln. Schön das ihr euch so gut versteht obwohl ihr so unterschiedlich seit! Wir sind ja auch etwas verschieden und mögen uns trotzdem. Am amüsantesten fanden wir, dass Katie die Kisten runter wirft und Lilli dabei zuguckt Hier springe ich immer auf die Theke und versuche Essen zu erbeuten und Columbchen sitzt unten und guckt zu – wenn es gut geht kriegt er noch etwas ab

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