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Mampf
(K)ein Gourmet
6. Juni 2016
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Ich finde es wirklich schön, wenn Katzenbesitzer sich um ihre Vierpfötler ausgiebig kümmern und für ein schönes, gesundes und langes Katzenleben sorgen. Da fallen dann besonders in den diversen Katzengruppen des Öfteren Sätze wie „Mein Liebling bekommt nur das Beste“, „Das ist ein echter Gourmet“, oder auch „Heute gab es wieder was ganz Besonderes“.

Doch leider verbirgt sich hinter solchen Aussagen oft mindestens ein weiterer Satz und dieser zeigt, dass gut gemeint, nicht gut gemacht ist.

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Stimmt schon, die Katzen in der Werbung der bekannten Marken gucken alle absolut glücklich, freuen sich ihres Lebens und sehen total gesund aus. Aber seien wir doch mal ehrlich: Mit dem richtigen Make-up, fünf Strahlern, einem Tag vorher nichts essen und dem besten Fotografen werde auch ich zu einem Model, das euch die neue Faltencreme mit einem Lächeln ohne Krähenfüße vorstellen kann.

„Das ist ein echter Gourmet, der frisst nur die Marke mit der Katze vorne drauf*“

Es ist schon etwas länger her, da war ich auf einer Veranstaltung eines Anbieters von Billigfutter. Auch wir haben Anfangs Müll gefüttert, jedoch schnell gemerkt, dass die Werbung uns verblödet verblendet. Bei dieser Zusammenkunft fiel ein unglaublicher Satz: „Auch Mäuse haben Getreide im Magen wenn die Katze sie frisst“. An sich erstmal richtig, vorausgesetzt, die Maus hat kurz vorher überhaupt Getreide gefressen und dieses noch nicht vollends verdaut. Wer von euch ist gut in Wahrscheinlichkeitsrechnung? Und wenn wir schon über Theorien sprechen: Wer kennt die genaue Größe eines Mausmagens?

Es würde mich sehr wundern, wenn unsere Katzen von Leckerlis mit Getreide, Zucker und Industrieabfällen träumen* und Futter mögen, das außen Katzenzeichnungen* ziert, sich innen jedoch außer Dingen, die eine Katze Größtenteils nie essen würde, kaum etwas gutes befindet. Ebenso verhält es sich eigentlich mit fast allem, dass ihr beim Einkaufen in den Regalen zwischen Shampoo und Entkalker findet. Gleich auf mit Futtersorten die gar kein Fleisch (vier Prozent ist wie null) oder neue Tierarten wie Huhn mit einem Anteil von 60 Prozent Rind verkaufen.

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Nicht jeder Katzenbesitzer hat es leicht im Leben und nicht jeder kann sich „teures“ Katzenfutter oder Leckerlis leisten. Jedoch sind spätere Tierarztkosten aufgrund von lebenslanger schlechter Ernährung viel höher.

Wenn die Katze 200/300 Gramm „teures“ Nassfutter am Tag bekommt – anstatt vier oder fünf Beutelchen und im schlimmsten Fall noch Trockenfutter als Ergänzung (oder nur Trockenfutter) – dazu durch hochwertige Inhaltsstoffe noch richtig satt wird, glänzendes Fell hat und nur im Ernstfall oder bei Hypochhonder-Anfällen der Besitzer zum Arzt muss, relativiert sich der Punkt Kosten sehr schnell.

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Wer von euch einen starken Magen hat, sollte sich folgenden Artikel durchlesen – wer nicht auch, vielleicht bleibt es dann eher im Gedächtnis. Sehr zu empfehlen: „Katzen würden Mäuse kaufen“ von der Tierhilfe Kassel e. V.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Einfach neues Futter hinstellen wird bei kätzischen Getreide- und Zuckerjunkies nicht funktionieren. Besser ist es langsam umzustellen. Wie wir bei Katie: Ausgetauscht.

(*Bedeutung der Sterne: Ich mag es nicht Firmennamen beim Thema schlechtes Katzenfutter/Leckerlis zu nennen. Zum einen weil ich keine Lust auf Auseinandersetzungen – weder schriftlich, noch rechtlich – mit den (nicht) genannten Firmen habe und zum anderen weil ich finde, dass jeder Katzenbesitzer selbst in der Pflicht ist gut von schlecht zu unterscheiden. – Aber vielleicht ändert sich das mit der Nicht-Nennung eines Tages ja auch noch. )

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Über die Autorin

Großstadtkatze

Das bin ich: Petra Kichmann, zugezogene Dresdnerin mit fehlendem sächsischen Dialekt, katzenverrückt, jedoch ohne Hang zum Katzenkitsch. Die Mädels sind der Grund für den Blog, das Plüsch überall, die Sisalflächen und dafür, dass ich ein echter Fan von Fusselrollen bin.

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9 Kommentare

  • Kritiker sagt:

    Immer dieses ‚die Kosten relativieren sich’… Fakt ist, dass man mehr als doppelt und dreifach dafür zahlt. Es ist verdammt teuer und es relativiert sich fast gar nicht. Nicht alle Menschen sind reich und können es sich leisten, 10€ pro Kilogramm auszugeben.

    • Haustierhalter sollten jedoch reich sein: Reich an Verantwortungsbewusstsein für ihr Tier und auch wenn es kitschig klingt, reich an Liebe. Bei solchen Kommentaren wie deinem Frage ich mich, weshalb der Mensch sich permanent in den Vordergrund rücken muss und meint, das Wohlergehen (s)eines Tieres mit Füßen treten zu müssen. Wenn du ein Haustier hast, dann kümmere dich und spare an anderer Stelle wenn es sein muss. Furchtbar dieses „nicht alle Menschen sind reich“, das bin ich auch nicht und das ist auch nicht der wichtige Faktor in dieser Diskussion. Im Übrigen rede ich lieber mit Menschen die sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken.

  • ombia sagt:

    Selbst im Tierschutz seit 13 Jahren aktiv, wurde ich über artgerechte Ernährung aufgeklärt sogar bevor meine Mietzen zu mir kamen. Also Nassfutter und Trockenfutter mit viel Fleisch oder nur Fleisch. Trockenfutter – vorausgesetzt es ist „clean“ und basiert auf viel Fleisch und null Getreide – ist super für die Zähne. Und meine Meli frisst es lieber als Nassfutter. Trotzdem ist mein Kater mit sieben an einer Krankheit gestorben die nichts mit der Ernährung zu tun hat. In 3 Tagen hatten wir über 3000,00 eur Klinikkosten, retten konnten die ihn nicht. Jetzt sind beide Katzen krankenversichert und wir schlafen ruhiger.

    • Naja, ob Trockenfutter gut für die Zähne ist, wenn man unter anderem bedenkt, dass Katzen ein Scherengebiss haben, sei jetzt mal dahin gestellt. Krankenversicherung haben wir auch schon überlegt. Was zahlt ihr im Monat für welche Leistung?

  • Ramona sagt:

    Wenn man 5 Jahre eine Diabetes-Katze hatte, dann weiß man plötzlich sehr genau, was das richtige Futter ist. Auch wir haben damals sehr viele Fehler gemacht. Dann kam die Diabetes, die bei Tierärzten gern heute noch nach Schema F behandelt wird, und wir forschten uns Wochenlang durch die Seiten im Internet. Gott sei Dank gab es dann ein Forum und eine Tierärztin, die bereit war zu lernen – umzudenken. So durfte Wiesel noch 5 Jahre leben. Nur die Verbindung Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes ist leider bei einer Katze auf Dauer nicht wirklich gut behandelbar gewesen. Unsere zwei Racker bekommen, seit sie bei uns sind (im September 7 Jahre), nur gutes Futter.

  • Elisabeth sagt:

    Meine vernünftig (also mit hochwertigem Nassfutter) ernährten Katzen haben ein seidenweiches Fell. Das überzeugt schneller als jede lange Diskussion mit ausgefeilten Argumenten. Man kann den Unterschied beim Streicheln und Kuscheln tatsächlich spüren.

  • Tina sagt:

    Dank dir hab ich angefangen über besseres Nassfutter nach zu denken, genau wie über gesunde Leckerlies. Ich kann nur sagen: Mission erfolgreich ???????? Ich ernähre meine 3 Lieblinge mit besserem Futter und alle 3 danken es mir ❤️ Danke Petra ❤️

    • Danke für das liebe Feedback! Freut mich sehr, vor allem, dass es deinen Vierpfötlern auch ohne Zucker und Lockstoffe schmeckt. Sie haben schönes, weiches und glänzendes Fell bekommen, oder?

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